Burnout – wenn das Feuer erlischt!

Vortrag von Wolfgang Hoffmann, gehalten auf dem AOK-Gesundheitsforum der AOK Hohenlohe in Öhringen und Künzelsau am 1. und 15.07.2009

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1) Burnout-Syndrom – Definition

Der amerikanische Psychoanalytiker Herbert Freudenberger (1) benutzte erstmals den Begriff Burnout-Syndrom, als er  1974 einen schwerwiegenden Zustand körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung bei Ärzten beschrieb, der in einem schleichenden, sich manchmal über Jahre und sogar Jahrzehnte erstreckenden Prozess durch andauernde und wiederholte Belastungen entstanden war. „Burn-out“ beschreibt also einen Erschöpfungszustand durch das Bild des „Ausgebranntseins“. Ebenso konnte man das Bild eines entladenen, d. h. nicht mehr nachgeladenen Akkus oder eines anderen entleerten Energiespeichers, z. B. Tanks, gebrauchen, der dennoch Höchstleistung abgeben soll. Burisch (3) spricht von lang dauernder zu hoher Energieabgabe für zu geringe Wirkung bei ungenügendem Energienachschub; d. h. „Geben-müssen-und-nicht nehmen-können“.
Eine einheitliche Definition des Burnout-Syndroms gibt es nicht! Das Burnout-Syndrom ist auch keine anerkannte psychiatrische Erkrankung. In Deutschland versteht man i. a. unter einem Burnout-Syndrom einen arbeitsbedingten anhaltenden Erschöpfungszustand, der sich als das „Ergebnis eines Prozesses der insuffizienten Bewältigung stressreicher Arbeitssituationen und innerlich nicht akzeptierter Diskrepanzen“ (T. Bergner (2)) einstellt. Ein englisches Zitat fasst den Burnout-Prozess in einem Satz zusammen: „I`ve done too much for too many for too long with too little regard for myself“. Entscheidend dafür, ob eine Burnout-Prozess in Gang kommt, ist, mit welchen individuellen Charaktereigenschaften eine Person den Bedingtheiten seiner Umwelt gegenüber tritt, wie er sie emotional erlebt und bewältigt. Für die Gesundheit der Person ist wichtig, dass ihr emotionales Erleben und ihr Bewältigungsverhalten angemessen aufeinander abgestimmt sind und dass sich die externen und internen Anforderungen mit den externen und internen Ressourcen im Gleichgewicht befinden – entsprechend den körperlichen, psychischen und geistigen Charakteristika (Gegebenheiten) der betroffenen Person (Abb. 1).

Erleben und Verhalten des Individuums (Wolfgang Hoffmann)

Abb. 1: Erleben und Verhalten des Individuums zwischen Umwelt und persönlichen psycho-physischen Merkmalen (Charakteristika).

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Glück und Gesundheit

Glück und Gesundheit – das ist wahrscheinlich die am häufigsten gebrauchte Formulierung auf Glückwunschkarten! Offenbar sind Glück und Gesundheit u. a. auch Lebensziele. Wie sind Glück und Gesundheit miteinander verbunden? Verstärken sich Glück und Gesundheit gegenseitig? Ist der Gesunde immer auch glücklich (bzw. glücklicher) oder der Glückliche immer auch gesund (bzw. gesünder)?

Sind Glück und Gesundheit einzig und allein Geschenke eines gütigen Geschicks oder kann ich Glück und Gesundheit auch selbst beeinflussen – und wenn ja, dann wie?

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(1) Sind Glückliche gesund und Gesunde glücklich?

Die gegenseitige Beeinflussung von Glück und Gesundheit ist noch wenig erforscht.
Dagegen gibt es vermehrt Hinweise dafür, dass Unglücklichsein mit Krankheit korreliert.

Es gibt endokrin-metabolische Parallelen zwischen Depression, Metabolischem Syndrom, Diabetes mellitus und KHK. Eine wesentliche Ursache dafür ist ein Kortisol-Dauerfeuer bei anhaltendem Disstress und bei der sog. Stress-Depression, für die das Gefühl kennzeichnend ist, nur noch von außen bestimmt und selbst hilflos zu sein. Das erzeugt Angst und das Risiko für eine Depression ist bei Menschen mit Angstproblemen bis zu 12-fach erhöht.

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Einführung in die Logotherapie und Supportive Psychotherapie

Dieser Artikel weist darauf hin, dass die Logotherapie sehr gut als supportive (= stützende) Therapie gebrauchen lässt. Nebenbei werden noch einmal die Grundaussagen der Logotherapie vorgestellt:

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Wolfgang Hoffmann: Einführung in die Logotherapie und Supportive Psychotherapie

(Vortrag, gehalten am 4.06.2008 im Evangelischen Krankenhaus Bethanien der Johanna-Odebrecht-Stiftung, Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (Chefarzt Dr. med. J. Zimmermann))

1. Aufgaben einer supportiven (=stützenden) Psychotherapie

Noch im Jahre 1996 schreibt Jürg Willi in seinem Buch `Ökologische Psychotherapie´ (1), in dem er eine eigene, von der Familientherapie hergeleitete ökologisch-supportive Psychotherapie vorstellt, die „stützende Therapie verfügt jedoch bisher weder über eine Theorie noch über eine reflektierte, systematisierte Praxis“. Folglich erscheine die supportive Psychotherapie als das Aschenputtel (Cinderella) der Psychotherapie. Das sei umso erstaunlicher angesichts von Aussagen wie der des bekannten Psychoanalytikers O. Kernberg, der 1984/1988 in seinem Buch „Schwere Persönlichkeitsstörungen“ meint, „dass die Ausübung von stützender Therapie viel Erfahrung, Flexibilität und technische Geschicklichkeit erfordere“. Willi erwähnt auch eine Studie über supportive Psychotherapie von R. S. Wallerstein von 1986, in der die Resultate der supportiven Psychotherapie eindrücklicher waren als die der psychoanalytischen Therapie, zumal „der wesentliche Teil der Veränderungen im Zusammenhang mit unterstützenden, und nicht so sehr mit expressiven (deutenden) Interventionen“ erreicht wurde ((1) S. 131).

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Existenz zwischen Chaos und Ordnung – Ein Spiel?

In meinem Artikel „Existenz zwischen Chaos und Ordnung – ein Spiel?“ wird die These aufgestellt, dass sich Leben in Form von Ordnungsübergängen mit zwischengeschalteten chaotischen Zuständen abspielt. Die Interaktionen zwischen Ordnung und Chaos lassen sich z. B. naturwissenschaftlich mit der Theorie dynamischer Prozesse (=sog. Chaostheorie) oder mit der Theorie der Synergetik (Hermann Haken) oder kulturwissenschaftlich als Spiel (Johan Huizinga) beschreiben. Die Spiel-Perspektive macht es u.a. auch in Problem-Situationen leichter, seine Freiheiten zu sehen und kreative Lösungen zu finden – z. B. bei Arbeit und Arbeitslosigkeit. Daher lohnt es sich in der Psychotherapie und natürlich auch in der Logotherapie nach Spielaspekten Ausschau zu halten und das Spiel in die Sinn- und Werte-Verwirklichung einzubeziehen.

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Wolfgang Hoffmann:
Existenz zwischen Chaos und Ordnung – ein Spiel?

Manuskript eines vom Autor am 20.10.2006 in Augustusburg vor der Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse Ost (GLE-Ost) gehaltenen Vortrags,
veröffentlicht im Blatt der GLE-Ost: „Sinn und Sein“, Ausgabe 1/2007

Chaos und Ordnung

„Chaos“ (χάος) bedeutet eigentlich „der leere Raum“. Chaos ist der Gegensatz von Kosmos (κόσμος). Kosmos kann mit Begriffen wie Ordnung, Schmuck, Wohlgestalt, Anstand, Ehre, Weltordnung, geordnetes Weltall, Welt übersetzt werden. Chaos ist auch das Unbeschreibliche, das Unbenennbare, das Ungewisse, das Unvorhersagbare, das Nichtdeterminierte. Das hat aber die Physik und die Informationstheorie nicht daran gehindert, ein Maß für das Chaos einzuführen. Nach dem Boltzmannschen Gesetz strebt die Natur einen Zustand an, bei die dem größte Zahl von Möglichkeiten verwirklicht wird, sich gleichmäßig über den vorhandenen Raum zu verteilen. Den Logarithmus dieser Zahl an Möglichkeiten nannte Ludwig Boltzmann „Entropie“. Die Entropie ist ein Maß für die Unordnung bzw. Unvorhersagbarkeit. Die Natur strebt also stets einen Zustand an, bei dem die Entropie am größten ist. Der Zustand der Unordnung erzeugt sich von selbst ohne besondere äußere Einwirkung. Leben ist nach dem Physiker Erwin Schrödinger dagegen etwas, das von außen negative Entropie (= Negentropie) aufnimmt und speichert. Dem Negentropie-Import entspricht ein Entropie-Export.

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Reifung durch Toleranz und Akzeptanz

In meinen Artikel ‚Reifung durch Toleranz und Akzeptanz‚ versuche ich der Frage nachzugehen, wieso es manche Menschen nicht oder nur schwer schaffen, Krisen durchzustehen, während andere durch gleichschwere Krisen an Reife und Komplexität zunehmen und somit letztlich aus der Krise einen Gewinn ziehen.

Egal, ob es sich nun um Kränkungen, Frustrationen, das Ertragen von als gefährlich empfundenen Situationen, Menschen oder Meinungen oder gar um existentielle Herausforderungen wie Leid, Schuld und Tod handelt, immer liegt m. E. dem jeweils einzuschlagenden Weg das gleiche Bewältigungsschema
zugrunde, um diese so unterschiedlichen Lebensaufgaben erfolgreich zu bestehen und frei zu werden für einen Neubeginn. Der Lösungsweg führt von der Angst über die Toleranz zur Akzeptanz und er ist nur mit dem Einsatz meiner geistigen Person zu schaffen. Wenn ich diesen hier skizzierten Weg
wahrhaftig zu Ende gegangen bin, werde ich immer irgendwie zu einer stärkeren Persönlichkeit gereift sein.

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Ich hoffe und wünsche, dass Sie mein Artikel interessiert, und ich freue mich auf Ihre Kommentare!

Wolfgang Hoffmann:
Reifung durch Toleranz und Akzeptanz

Verarbeitung von Wert-Verlusten bzw. Wert-Gefährdungen wie z. B Entwicklung von Frustrationstoleranz und sozialer oder weltanschaulicher Toleranz, Trauerarbeit und Schicksalsbewältigung.

(Konzept eines vom Autor in Würzburg 2003 für die DGLE-Sektion „Logotherapie in der Arbeitswelt“ abgehaltenen Seminars über ein erweitertes Toleranz-Verständnis. Überarbeitete Fassung vom 29.05.2008)

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Herzlich Willkommen!

Willkommen auf meiner Website! Auf dieser Website werden Sie in Zukunft mehrere Artikel von mir vorfinden! Ich freue mich über Ihre weiteren Besuche!

Mit herzlichem Gruß!

Wolfgang Hoffmann